Aktuell steht die europäische Idee von vielen Seiten unter Druck. Dem widmet sich das diesjährige Treffen des Netzwerks Ethik der Evang.-Lutherischen Kirche in Bayern. Die Tagung zeichnet die weltanschaulichen Wurzeln und die politische Realität Europas nach. Welche Elemente des europäischen Selbstverständnisses können bewahrt, welche müssen neu vermessen werden? Mögliche Formen von Souveränität und die oft selbstverständlich angenommene Rolle des Christentums für europäische Identitätskonstruktionen werden von Expert:innen dargestellt und diskutiert.
Europa
Vor einem Monat war ich in der tschechisch-polnischen Grenzstadt Teschen bei der Südosteuropakonferenz der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen Europas (GEKE) zu Gast. Wir diskutierten dort zu den Möglichkeiten, die der Einsatz von KI in kirchlichen Arbeitsfeldern bietet und zu den Fragen, die KI an das menschliche Selbstverständnis stellt. Die Tagung führte mir auf ihre Weise vor Augen, wie wichtig eine europäische Perspektive zum Thema ist.
Von Bausteinen für die europäische Demokratie in digitalen Zeiten schrieb ich neulich im Blick auf die Corona-App. Die Corona-Krise zeigt ja überhaupt, welche Bedeutung die Digitalisierung hat. Sie ermöglicht es, physisch auf Abstand zu bleiben, aber virtuell in Kontakt – sei es für den digitalen Unterricht, im Arbeitsleben oder privat.
Es sind Zeiten wie diese, in denen wir (neben dem Bedürfnis nach physischer Nähe) zugleich auch spüren, wie wichtig digitale Souveränität ist – und wie abhängig Europa im digitalen Raum ist.
