Ob Energieversorgung, Corona-Pandemie oder Künstliche Intelligenz – Wissenschaft liefert Erkenntnis und Orientierung. Allerdings nur selten in Form eindeutiger Fakten und unumstößlicher Wahrheiten, sondern meistens verbunden mit Unsicherheiten und Ambivalenz. Welche Rolle kann die Wissenschaft vor diesem Hintergrund bei gesellschaftlichen Diskussionen spielen? Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage können politische Entscheidungen gefällt werden? Diese Fragen erörterten Fachleute am 10. Februar 2026 bei „acatech am Dienstag“ in der Evangelischen Stadtakademie in München.
Wissen
Kein Werkzeug hat in den vergangenen Jahren die Biologie und Medizin so euphorisiert wie die Gen-Schere CRISPR-Cas. Mit diesem Verfahren können Gene eingefügt, entfernt oder ausgeschaltet werden. Die Durchführung ist einfach, die Kosten vergleichsweise gering. Patienten schöpfen neue Hoffnungen, Investoren sehen große Potenziale, Kritiker lehnen den Eingriff aus ethischen Gründen ab. Mit den therapeutischen Möglichkeiten steigt die Notwendigkeit, nach den Vorstellungen vom menschlichen Leben zu fragen und sich zu verständigen: Welche bioethischen Leitlinien sollen gelten?
Wie sehen eigentlich kirchliche Positionen zum Umgang mit Tieren aus? – Welche Rolle spielt das Kreuz als religiöses Symbol in einer säkularen Gesellschaft? Solche und andere Fragen zu beantworten hilft das Ethiklexikon www.ethik-evangelisch.de.
Was macht die Wissenschaft zur Wissenschaft? An erster Stelle das Wissen, sollte man meinen: gesicherte Erkenntnisse, für alle, die guten Willens sind objektiv an gemeinsam geteilten Maßstäben überprüfbar. - Wie anders erscheint demgegenüber vielen Menschen heutzutage der christliche Glaube: eine höchst subjektive Angelegenheit, ganz und gar gebunden ans persönliche Für-Wahr-Halten - ohne dass diese Wahrheit allgemein gezeigt oder gar bewiesen werden könnte.
