Medien

Überwachungskapitalismus
Bildrechte: campus Verlag

Das dickste Buch, das derzeit bei mir auf dem Tisch liegt, stammt aus der Feder einer Ökonomin. Seit November ist die deutsche Ausgabe bei mir, die englische Ausgabe kam erst dieser Tage auf den Markt. Und doch handelt es sich um das Buch einer US-amerikanischen Autorin, zuerst auf Englisch verfasst. Die grundlegende These ihres Buches jedoch erregte im Jahr 2015 zunächst in Deutschland Aufmerksamkeit. Verantwortlich dafür war die Freundschaft der Autorin mit dem damaligen FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher.

Anthea Butler beim Vortrag
Bildrechte: T.Z.
Das Thema des wissenschaftlichen Ethos begegnete mir im August in den Vereinigten Staaten wieder: In Boulder konnte ich an der dortigen University of Colorado an der Konferenz „Media, Religion and Public Scholarship“ der International Society for Media, Religion and Culture (ISMRC) teilnehmen. Die Keynotes der Konferenz kreisten alle um die Frage, welche Rolle das Wissen und die Wissenschaft in Zeiten von Wut und zunehmender Polarisierung spielen. Die Erosion des Vertrauens in die etablierten Expertensysteme hat sich zu einem Angriff auf das professionelle Wissen ausgewachsen.